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Montag, 15. August 2011

Die Revolte von Scheich Said 1925 (von Ferdinand Hennerbichler)


Aufstände gegen das Regime Atatürks
 Das Kalifat wurde in der Türkei am 3. März 1924 offiziell abgeschafft. Am selben Tag brach die republikanische Türkei auch für alle Zukunft mit der Minderheit der Kurden im Land. Ein Dekret wurde verabschiedet, das alle kurdischen Schulen, Vereinigungen und Publikationen verbot. Die kurdische Sprache wurde für illegal erklärt. Kurdische Nationalkleider wurden verboten Den Kurden wurde ihre nationale Identität genommen. Sie durften künftig nur noch "Bergtürken" nennen.
Die Kurden erhoben sich dagegen 1925 bis 1939 in einer Serie von Revolten Zum Teil waren Aufstände dabei von türkischen Truppen provoziert worden, um einen Vorwand in die Hand zu bekommen, Rebellionen der Kurden niederwerfen zu können. Berühmt wurde zunächst 1925 die Erhebung von Scheich Said. Wenige Monate später brach eine Revolte unter den Stämmen von Batman und Reskoyan zwischen Diyarbakir und Siirt aus. Sie erfasste 1926 und 1927 auch die Gebiete von Hakkari, Semdinli, Gewas, Cizre, Sason. 1928 standen auch die Bewohner von Kozluk und Perwari auf und verlangten das Ende der Unterdrückung der Kurden in der Türkei. 1928 bis 1932 wurde die Region um den biblischen Berg Ararat zum Zentrum einer großen Widerstandsbewegung. 1936 bis 1939 rebellierten schließlich die Bewohner von Dêrsim und wurden grausem niedergeworfen.

Die Revolte von Scheich Said 1925

Die Kurden hatten Ende 1922 in Erzurum ein KOmitee für die "Unabhängigkeit" der Kurden in der Türkei gegründet. Ihm gehörten kurdische Abgeordnete wie Yusuf Ziya, Offiziere wie Halid Bey aus Cebran, Intellektuelle, Künstler und Geschäftsleute an. Auch hochrangige kurdische Militärs wie Ihsan Nuri Pascha, die bisher Ankara gedient hatte, schlossen sich der Unabhängigkeitsbewegung an. 1923 bis 1924 plante das Komitee eine nationale Erhebung der Kurden. Es nahm Kontakte mit Stammesführern, religiösen Persönlichkeiten und auch mit kurdischen Emigranten in Istanbul und Aleppo auf, ebenso mit türkischen Gegnern der Kemalisten. 1924 flog die geplante Revolte jedoch auf. Um Bitlis brach plötzlich eine Revolte aus. Die türkische Regierung nahm sie zum Anlass gegen die Aufständischen vorzugehen und ihre Erhebung zu zerschlagen. Im Oktober 1924 wurden Führer des Aufstandes wie Yusuf Ziyxa und Hauptmann Halid Bey in Bitlis vor ein Kriegsgericht gestellt. Zu dieser Zeit übernahm Scheich Said von Piran die Revolte. Scheich Said begann, die Gebiete um Elazig, Diyarbakir, Genc und Darahini zu bereisen und rief die Kurden auf, sich gegen Ankara zu erheben. Die türkische Regierung bekam davon Wind und bemühte sich, eine vorzeitige Revolte der Kurden zu provozieren, um sie mit aller Wucht weitgehend unvorbereitet niederwerfen zu können. Die türkische Armee schickte in der Tat auch einen Stoßtrupp in das Dorf Piran mit dem Befehl, Scheich Said und seine Anhänger zu verhaften. Aufgebrachte Dorfbewohner ermordeten jedoch die türkische Einsatztruppe in Piran. Damit wurde vorzeitig eine Großrebellion ausgelöst. Scheich Said versuchte zwar noch, das Steuer herumzureißen und zog Richtung Norden, bevor er aber noch in Darahini eintraf, hatten die Kurden der Stadt bereits vom Scharmützel in Piran erfahren und nahmen alle türkischen Soldaten von Darahini gefangen. Ab diesem Zeitpunkt nahmen die Kampfereignisse ihren Lauf. Scheich Said wurde geradezu in einen Aufstand gedrängt. Am 25. Februar 1925 wurde der Scheich zum "obersten Führer der Kämpfer" ausgerufen. Die rebellierenden Kurden beschlossen auch ein "Gesetz", mit dem die Stadt Darahini zur provisorischen Hauptstadt Kurdistans erklärt wurde. Die Peschmergas des Scheichs eroberten am 26. Februar 1925 die strategisch wichtige Stadt Elazig, das kurdische Kharput, und entwaffneten die gesamte Garnison. Wenig später belagerten die Kurden auch Diyarbakir, eroberten Gebiete nördlich des Wan-Sees bis zum Ararat und nahmen Bitlis. Bevor sie in Bitlis einmarschierten, hatten die türkischen Behörden der Stadt alle Kurdenführer im Lokalgefängnis hinrichten lassen, unter ihnen Yusuf Ziya und Halid Bey.
Ankara trat daraufhin zum Gegenangriff gegen die Aufständischen an und verlegte rund 80.000 Mann nach Kurdistan. Frankreich half der türkischen Armee und ließ sie die koloniale Eisenbahn um Aleppo und den Norden Syriens benutzen, um die Kurden nachdrücklicher bekämpfen zu können. Die türkische Armee kesselte Scheich Said und dessen Truppen schließlich in Diyarbakir ein. Daraufhin brach die Revolte des Scheichs Mitte April 1925 zusammen. Ankara nahm blutige Rache. Scheich Said wurde am 4. September 1925 zusammen mit 52 Mitkämpfern in Diyarbakir gehängt. Bis in den Herbst 1925 wurden auch in ganz Kurdistan Aufständische ermordet und zum Teil meuchlings erschlagen, um den Kurden eine blutige Lektion zu erteilen, an die sie sich erinnern sollten, wie Propagandisten der türkischen Armee damals erklärten
Die Erhebung von Scheich Said war eine nationale Revolution der Kurden in der Türkei. Um Massen zu mobilisieren, hatte der Scheich aber in erster Linie  an religiöse Ziele des Islam der Vergangenheit appelliert. Scheich Said kämpfte dabei für die Wiedererrichtung des Kalifats, um den Kurden zu nationalen Rechten zu verhelfen, und nahm es dafür entschieden mit den türkischen Republikanern auf. Das hatte historische Gründe. Zum einen spekulierte Scheich Said, religiöse Traditionen wären in der Türkei noch stärker als die damals moderne Infrastruktur der türkischen Republikaner unter Kemal Atatürk. Said erhoffte daher von Kräften des Islam für die Kurden stärkere Impulse als von den Republikanern mit umstrittener Zukunft. Zum anderen stand für die Kurdenführer wie Scheich Said Mitte der zwanziger Jahre bereits fest, dass die Kurden unter dem Kalifat im Namen des Islam zumindest einige Minderheitsrechte zugestanden bekommen hatten, während die Republikaner seit 1924 darangegangen waren, den Kurden ihre nationale Identität zu nehmen und ihnen verboten hatten, sich auch nur Kurden zu nennen. Die alte Problemlösung schien Said und seinen Anhängern daher noch allemal besser als alles, was sie von den Kemalisten an nationaler Zukunft zu erwarten hatten. Aus der Sicht der damaligen Zeit schien für die Kurden daher die Vergangenheit unter der Schirmherrschaft des Islam besser gewesen zu sein als eine Zukunft unter den Republikanern, die sie zu assimilieren drohten. Scheich Said mobilisierte deshalb religiöse Sentiments im Namen des Islam und warnte vor der Gefahr, die der Staat Atatürks für die Kurden haben würde. Er tat dies aber nicht, weil er so rückständig gewesen wäre, sondern weil er sich mit Kräften des Islam gegen eine Zukuft unter Republikanern verbünden wollte, die Unheil für die Kurden gebracht hatten Generell war seine Revolte jedoch eine nationale Bewegung, die den Kurden in der Türkei Minerheitenrechte brignen sollte.
Franzosen und Briten haben in diesem Aufstand nicht unwesentlich mitgemischt. Die Franzosen erlaubten den Türken, die Eisenbahn in Nordsyrien zu benutzen, um die Kurden in Diyarbakir umzingeln zu können. Die Briten hatten zahlreiche Agenten in Kurdistan. Diese sollten dazu beitragen, dass die Kurden als Faktor der Instabilität in der Region niedergeworfen würden und keine Gefahr mehr für den in Lausanne ausgehandelten neuen Status quo im Nahen Osten darstellen könnten. Franzosen und Briten waren auch bestrebt, die Sowjets daran zu hiindern, in die Revolte einzugreifen und den Kurden zu Hilfe zu kommen.
Der Niederschlagung des Aufstandes von 1925 folgte eine rigorose Unterdrückungswelle der Türken gegen die Kurden. Die Armee wurde zu Säuberungswelle beordert. Diese zogen sich bis 1928 hin. Ihr fielen auch annähernd eine Million Menschen zum Opfer, die aus Kurdistan deportiert wurden. Zehntausende starben dabei an Unterernährung und Krankheiten auf dem Weg in das aufgezwungene interne Exil. Weittragende Folgen hatte auch ein neues Gesetz, das nach 1925 der Polizei praktisch uneingeschränkte Vollmacht gab, gegen "Organisationen, Bewegungen und Publikationen" vorzugehen, die "geeignet" schienen, "Sicherheit, Frieden und soziale Ordnung des Landes zu stören und der Reaktion und der Revolte zu dienen". Ankara benutzte dieses Gesetz, um gegen die Opposition in der Türkei
generell zuzuschlagen. Bis heute wurden aber vor allem Kurden Opfer dieser Bestimmungen.

Quelle: Die für die Freiheit sterben. Geschichte des kurdischen Volkes, Ferdinand Hennerbichler, 1988

Montag, 8. August 2011

Die Kurden in Khorasan



Baran Ruciyar
Die Kurden in Khorasan
Die kurdische Koexistenz in Nord-Khorasan umfasst mehr als 1.5 Mio. Menschen. Nord-Khorasan ist das Nadelöhr der bewegten Geschichte der Völker Innerasiens und des Vorderen Orients. Sowohl in der islamischen Geschichte, als auch in der iranischen bzw. zarathustrischen Mythologie wird Khorasan, Land der aufgehenden Sonne, einen besonderen Stellenwert zugesprochen. Östlich begrenzt vom dem gewaltigen Elbruz-Gebirge, das sich bis zum Kaspischen Meer hinzieht, und den Weg Richtung Persien und Gilan versperrt. Den südlichen Pfeiler bildet die unpassierbare Schlammwüste Dashta-Kawir, und der einzige Weg an ihr vorbei führt durch die Wüste Lut. Alle Eroberer der Antike; sowohl Griechen als auch arabischen Islamisierungszüge und auch Mongolen – mussten entlang des schmalen Saumes zwischen Gebirge und Wüste ziehen, um Khorosan und die östlich liegenden Gebiete zu erreichen.
In diesem Teil Irans leben seit Jahrhunderten Kurden, welche von den Erstbesatzern Kurdistans dahin umgesiedelt wurden. In europäischen und orientalischen Geschichtswerken und Reiseberichten finden sich Hinweise auf die Kurden Khorasans. Nach Gonzales de Calvio soll es schon um 1404 Kurden im Gebiet Khorasans gegeben haben. Er beobachtete in der Nähe von Zabrain 400 schwarze Zelte, in welchen ein Kurdenstamme lebte, welche Tausende von Kilometern vom ihrer Stammland im Grenzbereich des heutigen Länderdreiecks Iran - Türkei – Irak entfernt, spätestens seit Shah Ismail I. zu Beginn des 16. Jahrhunderts, nach in das 1.500 bis 2.000 km entfernte Grenzgebiet nördlich von Mashhad nahe der turkmenischen Steppe verlagert wurden.
Dem niederländischen Soziologen Martin van Bruinessen nach handelt es sich bei den Kurden in Khorasan um Çemîşgezek-Kurden, mit ihren speziellen Traditionen, Religion, Sprache und Lebensart, welche einst in heutigen Dêrsim und Erzirum beheimatet waren. Ebenso muss die Şadlu(Şadiyan)-Stammeskonföderation der Kaukasienkurden genannt werden. Ihr Hauptsiedlungsgebiet war einst, das Rote Kurdistan im heutigen Berg-Karabach. Nachfahren von jene Kurden, die auch die erste kurdischen Dynastie „Şeddadî“ im 10. Jahrhundert gründeten. Die Stämme der Şadlu Konföderation werden in der Geschichte auch als „die 24iger“ erwähnt. Wahrscheinlich weil 24 Stämmen auf einmal auswandern mussten.
Shah Ismail I (1502-1524) hat den nach langen Kriegen zersplitterten Iran im Zeichen des schiitischen Islams geeinigt und den schiitischen Glauben als Staatsreligion proklamiert. Das Neugegründete Reich übernimmt neben den alten sassanidischen Traditionen auch die von Feinde im Osten und Westen. Von Zentralasien führen Usbeken und Mongolen immer wieder Raubzüge nach Ostiran (Khorasan), was Shah dazu bringt die Kurdischen Stämme in diesem Gebiet gegen die „Tyrannen“ einzusetzen. 1522–23 versetzte Shah Ismail 4 000 Çemişgezek-Kurden aus Erzirum sowie dieQaramanlu und die Sirukanlu aus dem südlichen Gebiet des Van-Sees unter der Führung von Dairan Bag Qaramanlu als Front gegen die Usbeken in den Khorasan. Aber auch viele der Kurdenstämme aus dem Gebiet Irak und Aserbaidschan wurden nach Khorasan umgesiedelt. Durch die erneute Besetzung von weiten Teilen von Transkaukasien, iranisch Kurdistan sowie weite Teile Aserbaidschans im Jahr 1585 wurde der Lebensraum der pro-iranischen Kurden eingeengt. Sie wurden ins Landesinnere abgetrieben. Shah Abbas stellte fruchtbares Gebiet in Varamin in der Nähe von Teheran zur Verfügung.
Während dessen steht im Westen das Osmanische Reich auf dem Höhepunkt seiner Macht. Immer wieder greifen die sunnitischen Osmanen den Iran vom Westen her an, während die iranischen Truppen im Osten in Kämpfe verwickelt sind. Es ist der Beginn eines langen und blutigen Krieges zwischen dem schiitischen Iran und dem sunnitischen Osmanischen Reich, das bis zur Regentschaft Schah Abbas I (1587-1629) des Grossen andauerte - und im Folge dessen die Kurden immer wieder ungewollt in politische und religiöse Auseinandersetzungen hineingezogen werden. Mit furchtbare Folgen für das kurdische Volk. Die dem Schiitentum zugeneigten Kurden wurden durch die osmanische Besetzung der aserbaidschanischen Gebiete und des heutigen Nordkurdistans von den sunnitischen Osmanen verfolgt und in den iranischen Raum abgedrängt.
Unter Shah Abbas wurden noch mal 1601 ca. 30 000 Familien nach Khorasan umgesiedelt. Ohne die Kurden Khorasans wären die großen militärischen Erfolge von Nadir Shah unvorstellbar. Durch den Einsatz der kriegerischen Kurdenstämme gegen die Mongolen wird die Armee des Shahs von größeren Einsätzen im Osten von einer größeren Last befreit. Als Gegenleistung hatte Shah Abbas die im Khorasan ansässigen Kurden wegen ihrer Treue zum ihm bis auf weiteres von Abgaben befreit und gab ihnen hohe Positionen und Posten.
Zeitgeschichte schrieb Nadir Shah, als er 1738 das moghulische Indien überfiel und berühmte Schätze wie den Pfauenthron in persischen Besitz brachte. Wegen maßlosen Steuerforderungen rebellierten 1747 die Kurden Khorasans. Nadir Shah wurde bei einer Belagerung durch ranghöchste Afscharen und Kadjaren ermordet. 1796 übernahm die Kadjaren-Dynastie die Herrschaft über Persien. Der Stammesführer der Çemîşgezek-Kurden legte sich bald mit Fath Ali Shah an. Dieser musste 15 000 Soldaten samt Artillerie und englischen Militärberatern aufbieten, um 8000 kurdische Khorasan- Krieger in Schach zu halten.
In den folgenden hundert Jahren stand die Region unter keinem guten Stern. Zwischen 1825 bis 1828 litt die kurdische Bevölkerung stark unter turkmenischen Raubüberfällen. 1868 und 1892 wütete die Cholera. 1871/72 traf eine Hungersnotdiese Provinz. 1880 wurde die russische Grenze geschlossen. Die besten der traditionellen Winterweiden lagen jenseits der noch heute gültigen und im Jahr 1888 festgelegten Grenze.
Spätestens mit der russischen Revolution mussten einige Nomadenstämme neue Winterweiden suchen. Bis 1900 haben die Khorasan-Kurden ihren Bevölkerungsstand mit Mühe auf dem Niveau gehalten, das sie 300 oder 400 Jahre zuvor zur Zeit ihrer Einwanderung aufwiesen. 1926 bestimmten in den Ländern Türkei, Iran und Afghanistan die führenden Persönlichkeiten Kemal Pascha (Atatürk), Reza Shah und Amanullah als eifrige «Europäisierer» die Geschicke ihrer Länder. 1936 erzwang Reza Shah die Nomaden Nord-Khorasans zur Sesshaftigkeit. Er ließ zuerst die Khane und ihre Stämme entwaffnen und in einem zweiten Schritt wurde die Stammesaristokratie eliminiert und das Nomadentum als anachronistischer Schandfleck gebrandmarkt. Den Kurden zerstörte man die Zelte, um sie so zu zwingen, sesshaft zu werden. Nach dem 2. Weltkrieg wechselte jedoch die Situation, als Schah Reza von den Engländern und den Russen entmachtet und durch seinen Sohn Mohammed Reza (1941–1979) ersetzt wurde. Als die Zentralregierung geschwächt war, nutzten die Kurden Khorasans wie auch andere Stämme die Gelegenheit, ihre traditionelle Lebensweise wieder aufzunehmen, welche sie in den dreißiger Jahren dieses Jahrhunderts durch Schah Reza aufzugeben gezwungen waren.
Noch 1979 zählte Papoli-Yazdi 16 Nomadenstämme. Die wichtigsten unter ihnen:
Topkanlu 83 Lager
Bravanlu 60 Lager
Qaramanlu 44 Lager
Varanlu 35 Lager
Bajkanlu 31 Lager
Malvanlu 28 Lager
Radkanlu 20 Lager
Heute leben vermutlich mehr als 2 Mio. Kurden in Khorasan. Auch sie sind dem gleichen Schicksal wie ihre Volksleute in Kurdistan ausgesetzt. Persien ist nicht daran interessiert, die kurdische Kultur in Khorosan am Leben zu erhalten, im Gegensatz wird versucht die Kurden dort schnellstmöglich zu assimilieren und ihre Kultur zu vernichten, sie zu entwurzeln.
Siedlungsgebiete
Der äußerste Nordosten des Irans, der Khorasangraben mit seinen Randgebieten, ist das heutige Siedlungsgebiet der Kurden Khorasans. Im Norden wird das Gebiet durch die ca. 600 km lange Grenze zu Turkmenistan abgegrenzt; im Nordwesten bis zum Grenzübertritt des Flusses Atrek nach Turkmenistan in der Nähe von Hot Tan. Im Osten bildet die Linie Nishabur–Mesched die Grenze des Siedlungsgebietes. Die Fläche liegt etwa bei 60 000 km2. Das Gebirge verläuft in Richtung Nordwest nach Südost. Die höchsten Gebirgszüge nördlich des Atrek sind der Kopet Dag (2940 m), der Allahu Akbar (2620 m) und der Hezar Masjed (3200 m), südlich des Atrek der Allah Dagh (2800 m) sowie, als höchster von allen, der Binalud (3410 m). In dieser Gebirgswelt liegen in einer Höhe von 1800 –2500 m die Sommerweiden der Nomaden. Die Senken, die meisten im Bereich der Turkmenischen Grenze, werden als Winterquartiere genutzt. Die Städte in denen die Kurden, die Mehrheit darstellen sind: Kelat, Nişabur, Çinaran, Deregez, Aşxane, Qoçan, Şîrvan, Bojnurd auch in Maschhad, Sebzivar und Esferayn sind beträchtlich kurdische Minderheiten beheimatet.
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Wohnsitz von Yar Mohammad Xan Schadlou (derzeit Krankenhaus der Stadt Bojnourd)
Die soziale Ordnung der Kurden Khorasans
Die Stammeskonföderation ist die höchste Instanz. An deren Spitze steht der Ilkhan (tr: Stadtfürst). Die bekanntesten Stammeskonföderationen sind die Zafaranlu (Çemîşgezek) und die Shadlu (Şadiyan). Die Ilkhane hatten ein ständiges Reiterheer von rund 1000 Mann. Dieses stehende Heer verlieh ihnen Macht, oft auch in der Geschichte gegen die iranische Zentralregierung.
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Yar Mohammad Khan Schadlou, Ilkhan von Bojnourd, Foto von C. E. Yate, 1894.
Bojnurd (Neynikxane) in dem sie heute noch die Mehrheit darstellen, ist eine Stadt, die von dem Şadîyan (Şadlu) Stamm gegründet, und lange von dem Stamm verwaltet wurde. Sie wurde durch so genannte Ilkhani von den Kurden verwaltet - eine Dynastie, die 1925 mit der Hinrichtung von Serdar Azîzûllah Xan Şadîlu durch die persische Zentralmacht, sein Ende fand.
Kurdische Stämme in Khorosan
Zafranlu (Çemîşgezek) Konföderation
(Die Çemîşgezekstämme leben in der Region zwischen dem Iran und Turkmenistan. (sunnitisch mehrheitlich aber es gibt auch Aleviten und Schiiten.)
Omerlu (Omerî) (ein sehr großer Stamm)
Amiran
Bakran
Bachvan
Badelan
Berivan oder Brikan (es ist möglich, sie mit dem Stamm Brukan in Verbindung zu bringen, sprechen Leki und sind Yarsan.)
Buruka´î (sind mit dem in Ostkurdistan beheimatete Brukanstamm verwandt und sprechen Soranî. Sie sind Sunniten)
Gawliyan (ein sehr großer Stamm, Sunniten.)
Îzolî
Hadhaban
Hevadan (sprechen Kurmanci und sind Yeziden)
Îzan
Celalî
Keykan
Kowa
Kuxban
Mîlan
Muzdixan
Paluvan
Feylî (Leki Sprecher, schiitisch)
Palukan
Qarakochlu (Kurmanci, Sunnitische und Schiitisch)
Qaraman (Kurmanci, Sunniten und Schiiten)
Qachkan
Rewanşir (Kurmanci, Sunnitisch und Schiitisch)
Rutakan
Şeran
Şêxan
Şamlu (Kurmanci, Sunnitisch und Schiitisch)
Silseporan
Sivekan (oder Siwereg, Sprechen Kirmancki und sind Aleviten)
Sufiyan
Topkan (ein sehr großer Stamm, sprechen Kurmanci und sind Schiiten und Sunni)
Veran
Zadyan
Şadlu (Şadîyan) Konföderation
(Dieser Konföderation lebt in Südwest-Khorasan.)
Alan
Bughan
Dirqan
Garivan
Gurdan
Inran
Caban (Möglich das es sich um Caff handeln kann (Kurmanci, sunnitisch und schiitisch)
Juyan
Kaghan
Mitran
Qilichan (Kilicli auch in Pazarcik lebend)
Qarabaşlu
Qupran (sunnitisch und schiitisch)
Konföderationslose Stämme
Lek (sprechen Leki und sind Yarsan)
Qarakoclu
Zand (sprechen Kelhuri und sind Yarsan)
Sprache
In Khorasan werden drei Dialekte des Kurdischem gesprochen, nämlich: Kurmancî, was auch am meisten unter den Khorasanî – Kurden verbreitet ist. Das Kurmancî aus Khorasan kennt keine Unterteilungen, regionale Eigenheiten sind gering und höchstens durch den Einfluss benachbarter Sprachen verursacht, welche die Kurden jeweils als Zweitsprache beherrschen.
So ist die Sprache der Kurden nördlich von Bojnourd und Qochan türkisiert. Das geht soweit, dass die Kurden in Bojnurd und Qochan fast nur Türkisch sprechen. Bei fast allen Kurdenstämmen Khorasans enden die Stammesnamen mit dem Suffix "lu", was in der türkischen Sprache ein Verwandtschaftsverhältnis angibt. Der südliche Raum, wie Esfarayen, Nischabur und zwischen Qochan und Maschhad ist stark vom ländlichen Persisch (Farsi) beeinflusst. Weiter nördlich an der Grenze zwischen dem Iran und Turkmenistan wird auch das Soranî von einigen Stämmen gesprochen - der nordöstlich von Maschhad beheimateter Stamm der Lek spricht dagegen Lekî.
Der regionale Radiosender von Nordkhorasan sendet am Tag eine Stunde in kurdischer Sprache, mit jenem Dialekt, der durch Jahrhunderte langer Assimilationspolitik der Perser zu 40% aus Persisch besteht.
Religion
Der überwiegende Teil der Kurden in ihrem Stammland, dem heutigen Länderdreieck Iran - Irak - Türkei, ist sunnitisch. Ganz anderes verhält es sich mit den Kurden Khorasans: Sie sind mehrheitlich Schiiten. Es gibt keine konkreten geschichtlichen Hinweise, aber indirekte Anspielungen, die vermuten lassen, dass der überwiegende Teil der nach Khorasan abgewanderten Kurden bereits im 16. Jh. schiitisch gewesen ist. Der Shiitismus in Khorosan weicht sehr von üblichem Schiitismus ab, auch die Praktizierung der Alevismus in Khorasan hat eine andere Form angenommen, der ebenfalls stark vom Alevismus in Kurdistan abweicht.
Die dem Schiismus und Alevismus zuneigenden Kurden in Kurdistan sind zuerst von den sunnitischen Aqqoyunlu (eine Konföderation kurdischer und turkmenischer Stämmen) und später von den Osmanen verfolgt und in den iranischen Raum abgedrängt worden.
Izady nach ist die religiöse Komposition der Khorasan Kurden, folgendermaßen:
17% Sunniten, 68% Schiiten, 4% Aleviten, 2% Yarsan, 1% Yeziden.
Quellen: Shoresh Reshî: Horosan kimin yurdu? in: Özgür Politika 28.06.2004. Mehmet Bayrak: Alevilik ve Kürtler 1994. Faik Bulut: Horosan Kimin Yurdu 1996 Prof. Dr. M. R. Izady: The Kurds, 1992. Martin van Bruinessen: Aga, Şeyh ve Devlet: Kürdistanin Sosyal ve Politik Örgütlenmesi 2003. Kordi, die Kurden Chorasans, in: torba 1/99.http://www.shadlou-kurden.com-/ (letzter Besuch: 06.06.07)
Die Kurden in Khorasan
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Freitag, 17. Juni 2011

Geschichte der Kurden

Das Volk der Kurden – Ein kurzer Abriss

Autoren: Annette Schmid und Mario Grossniklaus
Die Kurden sind ein Volk in Vorderasien. Sie leben im Grenzbereich (etwa 200‘000 km2) Türkei / Irak / Iran sowie in Nordost-Syrien und Südwest-Armenien. Sie sprechen eine eigenständige nordwest-iranische Sprache, vergleichbar der persischen und armenischen Sprache. Innerhalb des Kurdischen lassen sich verschiedene Dialekte unterscheiden. Die Bezeichnung "Kurmâncî" wird sowohl für den nördlichen Dialekt als auch für das Kurdische im allgemeinen verwendet. Der wichtigste südliche Dialekt ist das "Sorani".
Durch Migration und Umsiedlung gelangten Kurden auch nach Jordanien, Libanon, Zentralanatolien, Ost-Iran, Georgien, Mittelasien, in die West-Türkei (Istanbul, Adana) sowie nach Europa (vor allem nach Deutschland). Schätzungen über die Zahl der Kurden schwanken zwischen 12 und 30 Millionen. Trotz gemeinsamer Sprache, Geschichte und Kultur konnten die Kurden keinen eigenen Nationalstaat errichten; sie bilden Minderheiten in der Türkei (12 Millionen), im Iran (5,5 Millionen), im Irak (3,7 Millionen), in Syrien (0,5 Millionen), in mittelasiatischen GUS-Staaten (0,15 Millionen) und im westlichen Europa (0,62 Millionen). 75 bis 80 Prozent sind Sunniten, die Übrigen Schiiten. Nur begrenzt, trotz kurdischer Muttersprache, werden zu den Kurden die unter ihnen verbreiteten Jesiden gerechnet, Angehörige einer geheimen Religionsgemeinschaft mit altorientalischen und häretisch-christlichen Glaubenselementen.

Nach dem Ersten Weltkrieg war ein kurdischer Staat in greifbare Nähe gerückt. Bevor sich die einzelnen Stämme jedoch auf eine Interessenvertretung einigen konnten, wurde 1924 der Vertrag von Lausanne unterzeichnet. Dieser ermöglichte die Gründung der modernen Türkei und sah keinen kurdischen Staat mehr vor. Der türkische Staatsgründer Kemal Atatürk schlug in den 20er und 30er Jahren mehrmals kurdische Aufstände nieder. Seit 1984 kämpfte die Arbeiterpartei Kurdistan (PKK) unter Abdullah Öcalan zunächst für einen unabhängigen Staat, dann für mehr Autonomie. Bei Kämpfen zwischen der PKK und dem türkischen Militär wurden schätzungsweise rund 30‘000 Menschen getötet.

Ein grosser Teil der Kurden lebt im Südosten der Türkei unter anderem in den Provinzen Hakkari, Van und Diyarbakir, wo sie die Bevölkerungsmehrheit bilden. Durch die Binnenwanderung kamen aber auch Millionen von Kurden nach Istanbul, Ankara und Izmir. Kurden, die sich als Türken empfinden, sind teilweise in hohen Staatsämtern vertreten, wie beispielsweise Hikmet Çetin, der von 1991 bis 1994 das Amt des türkischen Aussenministers bekleidete. Autonomiebestrebungen werden von Ankara als Separatismus bewertet. Ein von 1983 bis 1991 gültiges Sprachverbot war speziell auf das Kurdische gemünzt. Die türkische Regierung zeigte sich bisher nicht bereit, eine politische Lösung der Kurdenfrage zu diskutieren. "Es gibt kein Kurdenproblem, sondern nur ein Terrorismusproblem", lautet die offizielle Linie. Kurdische Minderheiten gibt es auch im Irak, im Iran und in Syrien. Der Irak duldet ebenfalls keine Eigenständigkeit der Kurden. Vor der Einrichtung einer Schutzzone im Nordirak 1991 durch die Alliierten hatte Staatschef Saddam Hussein unter anderem Giftgas gegen die dort lebende Zivilbevölkerung eingesetzt – wobei mehrere tausend Kurden gestorben sind.

Historischer Überblick: Kurdische Geschichte bis 1953

Die Kurden können auf eine rd. 5.000jährige Geschichte zurückblicken, die durch archäologische Funde und historische Quellen dokumentiert ist. Dies zeigt auch die Entwicklung des Begriffs "Kurde".

Mythische Geschichte:

Noah mit der Arche landet auf dem Berg Djebel Djudi in Kurdistan. Tamanin, das erste Dorf nach der Sintflut in Bothan, wird gegründet. Könige der Bergvölker übernehmen im Zweistromland die Herrschaft.

2637-2582 v.Chr.

Sargon I. von Akkad (Begründer der ersten Semit-Dynastie in Mesopotamien; manche behaupten, daß diese Dynastie zwischen 2350-2292 geherrscht hat, erobert Gutium, Kirkuk, Arbil und Diarbakir. Sein Reich reicht von Syrien und Kleinasien, bis zum Zagros-Gebirge.

2530 v.Chr.(od.zw.2200-2164?) 

Naramsin, König der Akkad (Stadt in Nord Babylonien), besiegt die Lulubu am "Heidenpaß"

2500-2300 v.Chr.

Die Guti beherrschen Babylonien und setzen eigene Könige ein.

Um 2000 v.Chr.

Die Kardaka in Keilschrifttexten erwähnt.
Einwanderung der indogermanischen Hethiter und Beginn der sprachlichen Indogermanisierung des Zagros.

1800-1500 v.Chr.

Erstes hethitisches Großreich, das weite Gebiete Kleinasiens umfaßt.

1746-1171 (oder 1530-1155?) v.Chr.

Kassitenherrschaft in BabyIon (Kardunasch). Die Kassiten waren ein Volk im Südwesten des Zagros-Gebirges. Nach dem Sturz der Dynastie zogen die Kassiten sich wohl wieder in das Zagros-Gebirge zurück. Sie wurden von Alexander d.Gr.324/323 v.Chr. vorübergehend unterworfen.

Um 1700 v.Chr.

Hammurabi besiegt nördliche Bergvölker.

1600 v.Chr.

Babylon wird von den Hethitern erobert.

1450-1200 v.Chr.

Zweites hethitisches Großreich, das wiederum bis Syrien reicht.

Um 1400 v.Chr.

Einwanderung iranischer Stämme in den heutigen Iran. 

 

1286 v.Chr.

besiegten die Hethiter unter Huwatalis II. bei Kadesh (Südostanatolien=Kadis) das Heer des ägyptischen Pharaos Ramses II. In diesem Zeitraum breitet sich auch die mykenische Kultur (die Bronzezeit Griechenlands) an der kleinasiatischen Küste aus.

Um 1240 v.Chr.

wird das Hethiterreich durch den Einfall der Völker aus Südosteuropa in Kleinasien vernichtet.

1200 v.Chr.

Gründung des Urartäerreiches (Urartäer waren die Bewohner des alten Urartu=Berg Ararat) in Ostanatolien (Hauptstadt Tuschpa/Van). Dieses Reich wird 585 v.Chr. von den Skythen zerstört.

Um 1000 v.Chr.

Heder und Perser(iranische Stämme) sickern in den Nordzagros ein; Zarathustra wird in Nordostkurdistan geboren.

900-700 v.Chr.

Die Guti-Kurden nehmen das Hedische an; Armenier dringen von Westen her in das Ararat-Gebiet ein.

880 v.Chr.

Die Chald-Kult von Ardinis breitet sich in Urartu aus.

Im 835 v.Chr.

Erste Erwähnung der Meder in einer Inschrift.

Im 722 v.Chr.

Medisches Reich im Nordwestiran.

Im 714 v.Chr.

Sargon 11. zerstört Mussassir-Ardinis.

Um 700 v.Chr.

Gründung einer persischen Monarchie durch Achaimenes.

Um 625 v.Chr.

Gründung eines medischen Großreichs durch Kyaxares.

612 v.Chr.

Niniveh, die Hauptstadt von Assyrien, wird von den Medern erobert.

600 v.Chr.

Auftreten Zarathustras in Iran

Um 550 v.Chr.

Sturz des medischen Reiches durch Cyrus d.Gr., des Herrschers der Achämeniden.

Um 538 v.Chr.

Cyrus d.Gr. erobert Babylon und gründet das persische Weltreich der Achämeniden.

522-519 v.Chr.

Aufstände von Darius I. niedergeschlagen.

401 v.Chr.

Xenophon überquert mit den "Zehntausend" das Kardukhen-Gebirge.

333 v.Chr.

Das kurdisches Gebiet wurde durch Alexander erobert, der achämenidischen König besiegte.

330 v.Chr.

Endgültiger Sturz des Achämenidenreichs durch Alexander d. Gr.

250 v.Chr.

Gründung des Parthischen Königreiches im Iran (Arsakiden Dynastie), welche bis 224 n.Chr. dauerte.

Um 150 v.Chr.

Vormacht der Parther in Vorderasien unter Mithradates I.

80 v.Chr.

König Tigranes von Armenien besetzt "Gorduene". Beginn der römischen Kolonisierung.

63 v.Chr.

König Mithradates v. Pontus, von den Römern besiegt, nimmt sich das Leben.

Um 170 n.Chr.

Die Armenier besetzen Nord-Kurdistan.

226 n.Chr.

Gründung des Sassanidischen Imperiums im Iran.

240 n.Chr.

Öffentliches Auftreten des Mani (Religionsstifter)

300-617 n.Chr.

Krieg zwischen Ostrom und den Parthern.

309-379 n.Chr.

Schapour II. Herrscher im Sassanidenreich.

529-578 n.Chr.

Khosraw Anoschirwan Herrscher im Sassanidenreich

621 n.Chr.

Gründung der neuen Religion des Islam.

639-645 n.Chr.

Einmarsch des arabischen Heeres in die kurdischen Gebiete, und blutige Auseinandersetzung zwischen den Kurden und den neuen islamischen Invasoren.

Um 650 n.Chr.

Sturz und Tod des letzten Sassaniden-Königs, Yazdigerd III.

700-900 n.Chr.

Gewaltsame Islamisierung der Kurden. Zum Islam übergetreten, leisten die Kurden einen eigenständigen und wichtigen Beitrag zur islamischen Zivilisation, vor allem auf militärischem und künstlerischem Gebiet.

Um 700 n.Chr.

Erstes Schriftstück in kurdischer Sprache. Ein kurzer Text in Versform schildert die Greuel, die während der Zeit der arabischen Invasion begangen wurden: Zerstörung der Feuertempel, Verfolgung der Mazdeismus- bzw. Zoroastrier, der Religionen, zu deren sich die Kurden seit der Zeit der Meder bekannten. Auswanderung der Zoroastrier nach Indien.

765 n.Chr.

Ein kurdischer Musiker aus Mossul, Ibrahim Mousseli (Mawsili), 743-806, führt die Musik, die bis dahin im Islam verboten war, am Hof Harun-al-Raschids ein und gründet das erste Konservatorium für islamische Musik, das sein Sohn Ishaq weiterentwickelt und in einem Lehrbuch festhält. Einer ihrer Schüler, Ziriyab, auch ein Kurde, läßt sich am Hof von Cordoba nieder, gründet dort eine Schule und verbreitet die Lehre seiner Meister in Spanien und im Maghreb (Marokko).

900-1200 n.Chr.

Unabhängige kurdische Fürstentümer werden gegründet.

Um 930 n.Chr.

Der zoroastrische Soldatenführer Mardawidj wird Herr über den westlichen Iran.

950 n.Chr.

Schadadiden-Dynastie im Norden Kurdistans. (Hauptstadt Gandjeh von 951-1174).

959 n.Chr.

Hassanwaih aus dem Stamm Barzikani (Barzan) begründet die kurdische Dynastie der Hassanwaihiden (959-1015).

990 n.Chr.

Kurdische Dynastie der Marwaniden (990-1096).

1000 n.Chr.

Endgültiger Rückgang des Zoroastrismus im Iran.

1037 n.Chr.

Gründung der Seldschuken-Dynastie im Iran, welche für das Schicksal der Kurden eine große Rolle gespielt hat.

1075 n.Chr.

Scheikh Adi Ibn Mosafir, Begründer der Religiossekte der Yezidi, wird in Kurdistan (Kermanschah) geboren.

1126n.Chr.

Eroberung der armenischen Hauptstadt Ani, durch die kurdische Schadadiden-Dynastie.

1117-1157 n.Chr.

Unter dem Seldschuken-König Sultan Sandjar wird der Name Kurdistan erstmals offiziell genannt.

1137/38 n.Chr.

Sultan Salahodin, der große Kurde, wird als Sohn des Nadjmodin Ayub in Takrit, im Arbil-Gebiet in Kurdistan, geboren.

1167 n.Chr.

Aufstieg des Sultan Salahodin, Sohn des Ayub, und Gründung der kurdischen Dynastie der Ayubiten. Diese Dynastie herrscht von 1169-1250 über den gesamten islamischen Mittleren Osten.

1187 n.Chr.

Eroberung Jerusalems durch Salahodin und Beginn des dritten Kreuzzugs.

1193 n.Chr.

Tod von Sultan Salahodins in Damaskus und Aufteilung des Ayubiten-Reichs durch seine Nachfolger.

1242-1245 n.Chr.

Einbruch der Mongolen in Anatolien, Vernichtung der seldschukischen Armee durch die Mongolen, Eroberung großer Teile Kurdistans und Beseitigung des Khalifen von Baghdad durch Hülakku Khan Mongol.

1299 n.Chr.

Zerfall des Seldschukiden-Reichs in 18 unabhängige Kleinstaaten.

1302 n.Chr.

Sieg Osmans über die Byzantiner in der Schlacht von Bapheos.

1300-1450 n.Chr.

Wiederherstellung der kurdischen Fürstentümer nach dem Ansturm der Mongolen. Das kurdische Kulturleben blüht an den Höfen von Bitlis, Hakkari und Bohtan auf.

1453 n.Chr.

Eroberung von Konstantinopel durch den osmanischen Herrscher Sultan Mohammad II.

1470 n.Chr.

Turkmenendynastie Aq-Quinlou (von „weißer Hammel“) und Ausrottungspolitik gegen die kurdischen Dynastien.

1500-1820 n.Chr.

Kurdistan als Schauplatz der Kämpfe zwischen Osmanen und Persern. 


1501 n.Chr.

Gründung der Safaviden-Dynastie im Iran durch Schah Ismail und Versuch, die Kurden im iranischen Teil Kurdistans zu unterwerfen.

1514 n.Chr.

Schlacht von Tschaldyran (Tschaldoran- Ort im Norden-Kurdistans) zwischen dem osmanischen Sultan Selim I. und dem Safaviden-Schah lsmail. Der großte Teil Kurdistans wird dem osmanischen Reich einverleibt. Sultan Selim verpflichtet sich, die "kurdischen Staaten" anzuerkennen und sich nicht in ihre inneren Angelegenheiten einzumischen. Zum ersten Mal wird Kurdistan praktisch geteilt.

1596 n.Chr.

Amir Scharaf Khan Bitlisi, Fürst von Bitlis, beendet sein Buch Scharafnameh (Die Zeugnisse der kurdischen Nation), den ersten vollständigen Überblick über die kurdische Geschichte.

1639 n.Chr.

Nach dem Vertrag von Zuhab zwischen Osmanen (Sultan Morad IV) und Persern (Schah Safi), welcher in der Kleinstadt Qasr-Schirin unterzeichnet wurde, wird die Grenze offiziell mitten durch Kurdistan gezogen.

1695 n.Chr.

Der 1695 geborene Ahmadi Khani, Dichter, Philosoph und Linguist, ruft mit Hilfe seines Hauptwerks (Buches) Mamo-Zin, eines nationalen Heldengedichts, zum Aufbau eines vereinigten Nationalstaats Kurdistan auf.

1732 n.Chr.

Die Perser erhalten die westlichen Provinzen zurück und 1736 werden die alten Grenzen von 1639 wiederhergestellt.

1748 n.Chr.

Karim Khan Zand (geb. 1698 oder 1704 gest. 1778), ursprünglich ein Kurde aus Harssin, Iranisch-Kurdistan, gründet die Zand-Dynastie im Iran.

1794 n.Chr.

Die Zand-Dynastie wird von Agha Mohammad-Khan Qadjar (Qadjaren-Dynastie) gestürzt.

19. Jahrhundert: Einmischung der Hohen Pforte, des Osmanischen Reichs, in die kurdischen Angelegenheiten. In ihren Vorrechten bedroht, erheben sich die kurdischen Fürsten, allerdings in unkoordinierten Aufständen.

 

 

1806 n.Chr.

Revolte des Abdulrahman Pascha von Suleimania.

1818 n.Chr.

Beginn des russischen Einflußes und Aufstand des kurdischen Stammes Bilbas.

1826 n.Chr.

Beginn der Entmachtung der kurdischen Fürsten von Dereh Bey (Beg) durch den osmanischen Sultan Mohammad II.

1828 n.Chr.

Ende des Russisch-Persischen Krieges (Vertrag von Turkmantschai, Gebietverluste an Rußland). Auswanderungswelle von armenischen und assyrischen Christen sowie von Kurden nach Rußland, Ansiedlung der Assyrer und der Kurden bei Erivan.

1830 n.Chr.

Revolte des Mir Mohammad (bekannt als Miri Kora) von Rawanduz.

1843-47 n.Chr.

Revolten des Badir Khan Beg von Djazireh und des Nurallah Beg von Hakkari und in diesem Zusammenhang erster armenisch- bzw. assyrisch-kurdischer Konflikt.

1853-55 n.Chr.

Revolte von Yazdan Schähr.

1877/78 n.Chr.

Russisch-osmanischer Krieg ermöglicht die Aufstände in den Provinzen Hakkari und Bohtan sowie des kurdischen Stammes Hammawand.

1880 n.Chr.

Revolte des Scheikh Ubeidullah Schamdinan von Nehri und Belagerung von Urmiyeh im iranischen Kurdistan (in manchen Quellen wird dieser Aufstand als der erste kurdisch-nationalistische Aufstand bezeichnet).

1890/91 n.Chr.

Versuch des Schakir Pascha zur Gründung der irregulären "kurdischen Hamidia-Truppen".

1894-1895 n.Chr.

Blutige Zusammenstöße zwischen Armeniern und Teil der Kurden in Sassun sowie kurdischer Aufstand von Hakkari gegen Sultan Hamids Politik.

1897/98 n.Chr.

Gründung des ersten kurdischen Nationalkomitees und Zeitung "Kurdistan". Diese Zeitung (Zeitschrift) versucht, die Idee der kurdischen nationalen Befreiung zu verbreiten.

1900 n.Chr.

Mulla Mustafa Barzani geboren.

1905:

Aufstand des Schekkak-Stammes in Iranisch-Kurdistan gegen die Zentralregierung und gleichzeitige Bildung mehrerer Selbstverwaltungsräte in den kurdischen Gebieten, wie in Saqqiz, Mahabad und Kermanschah, durch Qazi Fatah, einen kurdischen Gelehrten aus der Qazi-Familie.

1908:

Die Jungtürkische Revolution: In Konstantinopel Proklamation einer Verfassung, die für alle Nationalitäten des osmanischen Reichs Gleichheit verkündet. Aber ab 1909 praktizieren die Jungtürken eine repressive Politik in bezug auf die nichttürkischen Völker (Albaner, Armenier, Kurden u.a).

1909:

Empörung der Milli-Kurden (liberale Kurden) unter Ibrahim Pascha und Gründung mehrerer kurdischer Komitees und Zeitungen, welche kurz danach verboten wurden.

1913:

Vereinbarung eines Grenzberichtigungsprotokolls in Istanbul, das von Iran, der Türkei, Rußland und England unterzeichnet wurde.

1913-1914:

Aufstand von Betlis und Aufstand in Süd-Kurdistan unter Führung von Scheikh Abdul-Salam Barzani; zwei wichtige Ereignisse vor Beginn des 1. Weltkrieges.

1915:

Beginn der türkischen Armeniermassaker, die Badirkhaniden versuchen die Befreiung von Bitlis.

1916:

Alliierte Geheimverträge über die Aufteilung des Osmanischen Reichs und Kurdistans (Sykes-Picot-Abkommen). Beginn der Deportation von 700.000 bis 1.000.000 Kurden nach Westanatolien.

1918:

Februar 1918, 14-Punkt-Programm zur Selbstbestimmung der Völker, proklamiert durch den amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson. 


 

3.3.1918:

Ermordung des assyrischen Führers Har Schimon Benjamin XXI. durch lsmail Agha Simtko, den kurdischen Rebellenführer im iranischen Kurdistan.

1918:

Am 30.0kt.1918 wurde das osmanische Reich, das auf der Seite Deutschlands im I. Weltkrieg gekämpft hatte, besiegt und musste vor den Alliierten kapitulieren.

1919:

Anti-kemalistische Aktion der Kurdenführer in Malatia.

1919-1920:

Erster kurdischer Aufstand gegen die britischen Besatzer im südlichen Kurdistan. Von Scheikh Mahmoud Barzandjeh angeführt, zielt diese Bewegung auf die Schaffung eines "freien und einheitlichen Kurdistan.

19.-26.April 1920:

Konferenz von San Remo. Die zahlreichen Verträge, die während des Krieges von den Alliierten über die Verteilung des Nahen Ostens geschlossen wurden, werden entsprechend den neuen Machtverhältnissen revidiert. Großbritannien läßt sich das Mandat über den arabischen Irak und das kurdische Vilayet von Mossul zuteilen, Frankreich wird dafür zu 25% an der Ölproduktion im Gebiet von Mossul beteiligt. Es bleibt die Möglichkeit offen, in den Gebieten, die wieder russisch werden mußten, einen armenischen und einen kurdischen Staat zu gründen.

10.August 1920:

Der Friedensvertrag von Sevres rechnet die Kurden zu den "befreiungswürdigen Völkern". Der Vertrag von Sevres, abgeschlossen zwischen den Alliierten und der Hohen Pforte, bestätigt die endgültige Aufteilung, die schon in San Remo beschlossen worden war. Im Teil III (Art. 62-64) empfiehlt er die Schaffung eines kurdischen Staates auf einem Teil des kurdischen Gebietes.

1920:

Revolte von Ismail Agha Simtko im iranischen Kurdistan, welche bis 1930 dauerte.

23.Aug.1921:

Sir Percy Cox, britischer Hochkommissar in Mesopotamien, setzt den Emir Faisal (Sohn des Sherifs von Mekka) , den die Franzosen aus Syrien verjagt hatten, als irakischen König ein. Die Kurden von Mossul boykottieren massiv das Plebiszit, das für die "Wahl" von Faisal organisiert worden war.

20.0kt.1921:

Französisch-türkischer Vertrag von Ankara. Frankreich annektiert zu Syrien - das unter seinem Mandat steht - die kurdischen Provinzen Djazireh und Kurd-Dagh.

1923:

Zweiter Aufstand von Scheikh Mahmoud. Er ernennt sich zum "König von Kurdistan" und nimmt Verbindung mit dem Anführer der Kurden im Iran, Simtko, auf, der seit 1920 gegen die persische Herrschaft kämpft. Diese Bewegung wird von der britischen Armee niedergeschlagen und der Scheikh wurde nach Indien verbannt.

24. März 1923:

Vertrag von Lausanne zwischen der Regierung Kemal Atatürk (Ankara) und den Alliierten, der den Vertrag von Sevres wieder aufhebt und die Annektierung des größten Teils von Kurdistan durch den neuen türkischen Staat absegnet.

3. März 1924:

Eine Verordnung verbietet alle kurdischen Schulen, Vereinigungen und Veröffentlichungen und gleichzeitig die religiösen Bruderschaften und medressas. Das erste türkische Parlament, unter dessen Mitgliedern auch 72 Repräsentanten Kurdistans waren, wird aufgelöst.

Februar-April 1925:

Aufstand des Scheikh Said Piran im türkischen Kurdistan.

16.Dez.1925:

Der Rat des Völkerbundes stimmt - auf die britische Forderung hin - der Annektion des südlichen Kurdistan (Mossul) durch den irakischen Staat zu.

1926:

Grenzziehung zwischen der Türkei und dem Irak.

August 1927:

Gründungskongreß von Khoyboun (Unabhängigkeit), nationale kurdische Liga. Diese Organisation, umfaßt alle kurdischen Gruppierungen, Parteien und Organisationen, die nach dem 1. Weltkrieg gegründet wurden.

1928:

Die gesamte zivile und militärische Verwaltung des türkischen Kurdistan wird unter die Kontrolle des "Generalinspekteurs des Ostens" gestellt, des türkischen Hochkommissars für Kurdistan. Fast überall in den kurdischen Provinzen brechen Aufstände aus.

1930:

Eine große Widerstandsbewegung organisiert sich unter der Führung von Khoyboun in der Gegend um den Berg Ararat. Die Türkei und der Iran schließen einen Pakt, um sie niederzuschlagen (Januar 1932).

Juni 1930:

Simtko, der Anführer der Kurden im Iran, der seit 1920 gegen die Zentralregierung gekämpft hat, wird bei Verhandlungen mit den Repräsentanten Teherans ermordet.

Herbst 1931:

Neuer Aufstand im iranischen Kurdistan unter der Führung Bruder des ermordeten Simtko.

1931:

Von den Engländern aus Indien zurückgeholt., ruft Scheikh Mahmoud wieder zum Aufstand im irakischen Kurdistan auf. Er wird niedergeschlagen, von ihnen gefangengenommen und in Baghdad unter Hausarrest gestellt. Daraufhin erheben sich die irakischen Kurden, diesmal unter der Führung von Scheikh Ahmad Barzani und Mulla Mustaf, Barzanis Bruder. Die britische Luftwaffe greift kurdische Dörfer an.

Mai 1932:

Ankara verkündet ein Gesetz zur Deportation und Versprengung der Kurden. Hehrere hunderttausend Kurden werden nach Zentral- oder Westanatolien deportiert.

1933:

Neuer kurdischer Aufstand im Irak unter Führung der Barzanis (Scheikh Ahmad und sein Bruder Mulla Mustafa).

1936-1938:

Aufstand von Sayyed Reza Dersimi in Türkisch-Kurdistan.

1937:

Sa'adabad-Vereinbarung in Teheran zwischen Afghanistan, Iran, Irak und der Türkei, in der u. a. die Bekämpfung der Befreiungsbewegungen vereinbart wurde.

1939:

Gründung der kurdischen Organisation Hiwa in Irakisch-Kurdistan.

1941:

Besetzung Irans durch die alliierten Truppen, Absetzung des iranischen Diktators Reza Schah und Freilassung aller politischen Gefangenen, unter anderen der kurdischen politischen Gefangenen.

16.9.1942:

Gründung der Organisation Kummaleh-i J.K.(Jiyanawey Kurd) in der nicht okkupierten Region in Iranisch-Kurdistan.

1943-1945:

Ständige Bombardierung Irakisch-Kurdistans durch die britische Luftwaffe und massiver Widerstand der Barzanis.

16.8.1945:

Gründung der Demokratischen Partei Kurdistan Iran in Mahabad und breite Bewegung unter den Kurden für Selbstverwaltung in den kurdischen Regionen.

17.12.1945:

Die kurdische Fahne wird auf dem Justitzgebäude in Hahabad gehisst.

22. Jan. 1946:

Proklamation der autonomen Regierung in Kurdistan. Die Mahabad-Republik bestand unter ihrem Präsident und Vorsitzenden der DPK Qazi Mohammad für ein Jahr.

17.12.1946:

Einmarsch der Militäreinheiten der Zentralregierung in Mahabad ohne Zwischenfall.

21.12.1946:

Festnahme der Qazis (Qazi Mohammad und Seif-e Qazi) in Mahabad.

31.3. 1947:

Hinrichtung von Qazi Mohammad, Sadr-e Qaz und Seif-e Qazi auf dem "Tschuwar Tschera-Platz" in Mahabad.

Mai-Juni 1947:

Barzanis Kampf und Flucht gegen die Militäreinheiten der iranischen Zentralregierung, wobei es ihm und 600 Mitkämpfern gelang sich in die UdSSR durchzuschlagen.

19. Aug. 1953:

Sturz der liberal-demokratischen Regierung von Dr. Mossadeq im Iran durch den vom CIA organisierten Putsch und Wiederherstellung des Polizeistaats des Schah-Regimes, was eine massive Verfolgung aller oppositioneller Gruppen u. a. der Kurden im Iran zur Folge hatte.
Nach: Dr. Golmorad Moradi, Heidelberg: Chronologie der kurdischen Geschichte, Mytische Geschichte - 1953. Aus: "Ein Jahr autonome Regierung in Kurdistan - Die Mahabad-Republik 1946-1947", Bremen 1992

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